Nach unserem Roadtrip durch Kalifornien ging es am Anfang diesen Monats, ohne große Planung für zweineinhalb Wochen nach Thailand. Den ersten Stop machten wir in Bangkok, weiter ging es von Koh Tao nach Koh Phangan und zurück – eine Reise die ich so schnell nicht vergessen werde. Hach, es gibt nichts schöneres als Reisen und hässlicheres als Abreisen.

Streetfood ’n‘ Chanel

Angekommen in Bangkok wurde mir schnell bewusst auf was ich mich bei dieser Reise einstellen muss: Unangenehme Gerüche an jeder Ecke, Kackerlacken vor dem Hotel (auf den Inseln auch im Apartment) und Umweltverschmutzung so weit wie das Auge reicht. Bevor ich mich in den Flieger setzte, bereitete ich mich natüürlich darauf vor und hielt es für Angemessen nicht ganz ohne einen Plan ein Land wie Thailand zu bereisen. Eine Liste zu Dingen die man wissen sollte, bevor man nach Thailand fliegt, ist in Arbeit und wird bald veröffentlich! Nach kurzer Zeit blendete ich alles negative aus und genoss die Stadt bei einer wunderschönen Fahrradttour am Abend, einem persönlichen Guide für eine Touri-Tour nach eigenem Geschmack und unzählig leckere Früchten, Snacks und Abendessen. Ebenso beeidruckend wie die wunderschönen Tempel, sind die unzähligen Märkte und die extrem spannende Kultur der Thailändern. Erst in den 1960er und 1970er Jahren wurden viele Häuser und Stadtautobahnen in Bangkok gebaut und dank des Wirtschaftsboom in den 1980er Jahren, setzte eine weitere neue Entwicklung ein, welche zur Errichtung vieler Hochhäuser führte. Durch den fehlenden Stadtkern und den einzelnen Bezirken, vermischt sich heute Chanel mit Straßenmarkt, 5-Sterne Hotel mit kleinem Holzhaus. Meine absoluten Highlights: der Chatuchak Weekend Market! Unglaublich cooles Zeug dazwischen, jedoch waren es gefühlt 45 Grad und ich konnte mir zu diesem Zeitpunkt nichts ekligeres vorstellen, als noch mehr Stoff an mir zu spüren. Wir besuchten ihn gleich am ersten Tag und konnten während der ‚Shopping-Tour‘ an nichts anderes als an kaltes Wasser/ Bier denken. Whatever. Ebenso empfehlenswert: Floating Market – authentisches Thai Essen ist garantiert! Am besten ihr nehmt von einem der Piere ein kleines Boot dahin; kostet circa um die 200 Baht (umgerechnet circa 5 Euro) und macht unglaublich viel Spaß! Und zum Schluss ein etwas teureres Restaurant, mit einem mega guten veganen Menü und einer wunderschönen Atmosphäre.

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No-Turtle-Island

Nach zweienhalb Tagen und drei Nächten in Bangkok ging es via Bus und Katamaran nach Koh Tao, einer kleinen 5000 Einwohner Insel im Golf von Thailand. Der Name der Insel bedeutet so viel wie ‚Schildkröten-Insel‘ und ich war jedoch mehr als enttäuscht, nicht eine im Wasser gesehen zu haben. Natürlich war auch hier deutlich zu spüren, was die Verschmutzung und der Tourismus hier kaputt gemacht hat. Wir haben uns in Bezug auf Unterkunft ein wenig Luxus gegönnt und hatten eine Villa auf dem Berg, mit eigenem Pool und Blick aufs Meer. Für verhältnismäßig schlappe 100 Euro die Nacht bekommt man in Thailand wirklich tolle Apartments und Häuschen. Wir haben vor Ort Freunde getroffen und somit konnten wir die Rechnung durch vier teilen. Wenn man alleine oder zu zweit unterwegs ist, taugen sogar die billigen Unterkünfte aus – oftmals sind das die kleinen Holzhütten am Strand, wobei ich persönlich nichts dran auszusetzen habe. Im Allgemeinen muss es in Thailand nicht teuer und schick sein um gut zu sein –  hier präsentiert niemand Statussymbole und die meisten fancy western places waren leer. Essen, Touren, Einkaufsläden, Straßenstände und stinkende Ecken gehören dazu und machen das ganze irgendwie sympatisch. Auf der Insel habe ich mich von Anfang an mega wohl gefühlt und sofort das Gefühl von Urlaub bekommen, die Strände sind traumhaft schön und das Wasser ein Traum. Empfehlen würde ich ne Tages-Schnorcheltour zur Nang Yuan Island (Der Ausblick vom View Point und das Wasser am Strand sind atemberaubend!), ein Abendessen im Restaurant ‚Paprika‘ und ein Ausflug zum Tanote Bay.

Vigen Hummus

Fünf Tage später ging es mit dem gleichen Katamaran rüber nach Koh Phangan, wo wir uns kurz vorher eine kleine Hütte im Dschungel gebucht haben. Den Vibe der Insel in Worte zu fassen ist eigentlich unmöglich.. An jeder Ecke gibt es frische Kokosnüsse und Fruit Shakes, Yoga spielt hier neben Meditation und Esotherik eine große Rolle, Vegane Ernährung ist auch angekommen, weiße Strände und türkise Buchten hinter jedem Hügel. Die vielen Backpacker die sich hier niederlassen sind Teil der Insel geworden und bringen eine gewisse Entspanntheit und Nachhaltiggkeit mit. Die vielfältigste und beste Auswahl in Sachen Food hatten wir auf alle Fälle dort – die abendliche Tour über den Markt wurde fast schon zelebriert! Hier und da wurde genascht, probiert, entsaftet. Ihr müsst auf jeden Fall die Fruit Shakes trinken, die sind der absolute Wahnsinn und kosten umgerechnet gerade mal 75 Cent. Und fyi: um unseren Drang nach Western Food zu stillen haben wir einen fancy Burgerladen vor Ort getestet, der ebenfalls (meeega) überzeugt hat. Zum veganen Brunch empfehle ich das Restaurant Green Leaf, welches ein geiles Breakfast-Set anbietet. Wer es deftiger am Morgen mag, darf das Frühstück im Mama Pooh nicht verpassen. Beim Nightmarket unbedingt den ‚Vigen Hummus‘ (i mean they’re trying) probieren – genau so lecker wie in Berlin! Das Resort Koh Raham ist perfekt zum abhängen. Vom Restaurant kannst du ins Meer springen und unglaublich viele Fische um dich herum beobachten. Die Restaurantfassade ist mit Palmenblättern verdichtet und überall sind Schaukeln und Hngematten angebracht, der Anblick ist unfassbar. Taxi fahren ist leider nur in Bangkok günstig, auf Koh Tao haben wir es aufgrund der holprigen Straßen noch eingesehen zu zahlen. Die Straßen auf Koh Tao sind super zu fahren und selbst ich, lediglich Besitzer eines Fahrrad-Führerscheins aus der zweiten Klasse, habe es hinbekommen mit einem gemieteten Roller von A nach B zu kommen. Absolutes Muss! 😉

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Lost in Paradise

Zwei Tage vor Abreise verspürte ich das Gefühl von Heimweh und unsere 30h Reise nach Berlin stellte sich als ein schlimmer Albtraum heraus. Wir mussten erst von Koh Phangan mit einem Katamaran nach Surat Thani um dort den Flieger nach Bangkok Dong Muang zu nehmen. Von dort aus sind wir schnell raus um in das nächste Taxi zu springen und zum anderen Flughafen in Bangkok zu gurken. Die Taxi fahrt kam mir ewig vor und die Stadt auf einmal trist – ich war müde und wollte einfach nur nach Hause. Wenn ich einmal auf etwas eingestellt bin, kann ich mich schwer für Planänderungen begeistern, außer sie kommen von mir selbst. Angekommen am Suvarnabhumi Internation Airport sind wir straight zum Etihad schalter, ich nahm meinen Rucksack ab um aus dem vorderen Fach meinen Reisepass zu nehmen. Reißverschluss offen, Reisepass weg. Ich wusste es würde eigentlich nichts bringen, dennoch durchsuchten wir das komplette Gepäck. Das Licht am Tunnel erlosch jedoch schneller als Erhofft, in dem uns plump ne Nummer von der deutschen Botschaften mit ein paar gebrochenen Sätzen in unverständlichem Englisch überreicht wurde. ‚Spätestens Montag Abend hätten sie einen Pass um auszureisen.‘ sagten sie bei der Botschaft. Und das war ne schlimmere Antwort als mir lieb war. Der nächste Anruf ging an die Airline mit der wir zuvor geflogen sind, nebenbei liefen wir zum Schalter um es am besten persönlich zu klären – Wer mag schon nervige Hotlines? Die junge Dame der billig Airline war äußerst freundlich und hilfsbereit und rief sofort beim anderen Flughafen an. Sie grinste, ich grinste und ich wusste: Yes, Glück gehabt! Sie versicherte mir, dass der Pass am anderen Flughafen ist. Nächstes Problem: unser Flieger nach Abu Dhabi ging in 2 einhalb Stunden und die Fahrten dauerten mindestens 2 Stunden. Mein Freund versuchte alles am Schalter zu regeln, ich sprang ins Taxi um meinen Pass zu holen.

Als ich am anderen Flughafen ankam, lief ich wie ein angestochenes Huhn durch den Flughafen um irgendeinen Thai-Boy der Airline zu treffen, der mir meinen Pass überreichen sollte. Mein Taxi Fahrer kam auf einmal hinterher gelaufen und erwies sich als große Hilfe! Nach geschlagenen 15min sah ich einen jungen Mann, ein knallrotes Lederetui in der Hand, mein Reisepass. Lustigerweise habe ich extra ein Etui, damit ich ihn besser wahrnehme. Ich rannte hin, riss ihm den Pass aus der Hand und lief einfach mit nem trotzigen ‚Sorry‚ nach untem um schnellstmöglich den Flieger zu bekommen. Im Taxi zurück bekam ich etwas Hoffnung. Gleichzeitig wurde das Zeitfenster immer schmaler und ich bekam schiss. Als wir um 17:58 am Flughafen ankamen, mein Flieger sollte 18:20 gehen, lief ich zum Etihad Schalter. Jeder der Mitarbeiter wusste bereits bescheid, und ich habe echt gehofft einfach schnell einzuchecken. Alles mit dem ich gekommen bin, außer mein Rucksack und ich selbst, war im besagten Flieger und anstatt mir Antworten auf meine Fragen zu geben, schauten die Leute lieber auf ihr Smartphone und gaben nach geschlagenenen Minuten eine Antwort in kurzen, nicht zusammenhängenden Sätzen, inklusive gebrochenem Englisch. Danach drehten sie sich einfach um und beachteten mich nicht mehr. Ich befand mich auf einem International Airport, jedenfalls schmückte eine riesige Neonreklame ‚International Airport‘ die Aussenfassade und ich befand mich in einer Millionen-Metropole. Wieso man dort nicht die Weltsprache spricht, wenigstens wenn man bei einer Airline am Flughafen arbeitet, konnte ich nicht begreifen. Ich brach in Tränen aus. Alleine, ohne Plan, einer neuen Kreditkarte von der ich keinen Pin hatte und absolut KEINE Auskunft bei einer Hotline Nummer von Ethiad auf der ich sieben Mal hintereinander irgendwelche Zahlen drücken musste um weitergeleitet zu werden. An so einem Tiefpunkt war ich noch nie, und ich bin echt keine Drama Queen. Schon gar nicht wenn ich alleine unterwegs bin. Ich bin schon unzählige Male geflogen, habe auch schon Flieger verpasst aber so eine asoziale Art, habe ich noch nie mitbekommen. Niemand hat mich auch nur Sekunden lang beachtet oder Mitgefül gezeigt und ich wusste nicht wann der nächste Flieger geht, wann ich nach Hause komme und wie ich gut aus dieser Situation komme. Nach einer Stunde nahm eine der Damen am Schalter mein Winken mit der Kreditkarte wahr und schickte mich zu einem Typen, der mir wortlos die Karte abnahm. Dann tippte er eine Zahl in den Taschenrechner. 26.620 Baht, fast 700 Euro. Das war die einzige Info die ich in einer Stunde bekam. Ich fühlte mich 10kg leichter, so viele Tränen habe ich vergossen um endlich eine Antwort zu bekommen. Mein Roaming funktionierte nicht, das WLAN spinnte und ich hätte ohne ihre Hilfe nichts tun können. Natürlich sagte ich ja, und fragte warum ein Flug nach Abu Dhabi denn so teuer sei. ‚Berlin, Berlin.‘ Ich machte ihm verständlich, dass ich in Abu Dhabi umsteige und da den Anschluss Flieger schaffen kann. ‚No, no, we can’t do dat‘.

Um keinen großen Aufstand in dem Land zu machen – durch mein mega Geheule und Outfit starrten mich eh alle komisch an – nickte ich wortlos und wollte nur die Verischerung im gleichen Flieger wie davor zu sein. Whatever, ich zahlte den Flug und kam letztendlich heil ich Abu Dhabi an. Dort traf ich meinen Freund und nach 33 Stunden war ich in meinem Bett. Ich kann bis heute nicht ganz realisieren was da wirklich passiert ist, weil ich nicht begreifen kann, wie jemand so ignorant und unhöflich mit Menschen umgehen kann. Geschweige denn mit deinen Kunden. Es war wirklich unübersehbar in was für einer Verfassung ich mich befand und nie wieder werde ich einen Fuß in diese Scheiß Airline setzen. Niemals.

Wie gesagt, no Drama pls: Seit dem ich eine Nacht darüber geschlafen habe, bin ich mega glücklich über das was ich lernen, sehen und entdecken durfte. Shit happens – ich werd meinen Reisepass nie nie nie wieder irgendwie verlieren und musste mich mal über diese Airline auskotzen. Mehr Reisefotos und Tipps folgen 😉

3 Comments

  • Das Video ist toll und der Song dazu erst!
    Ich kann dich so verstehen,ich mache gerade eine Weltreise und gerade bin ich in Kolumbien..es gibt nichts schöneres ein Land auf so eine Art kennen zulernen.
    Peace & Love Laura

    • Hey Laura,
      Oh vielen vielen vielen Dank – what the fuck, ich bin gerade so verdammt neidisch!
      Ich wünsche dir eine unvergessliche Zeit und ganz viele tolle Momente; genieß die Freiheit!

      Ganz viel Liebe nach Kolumbien,
      Dustin xx

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